Klemme 15 & 30

Ein Zwischenziel ist, den Boden fertig zu bekommen. Das wiederum verlangt, dass die Kabel von Klemme 15 und Klemme 30 nach hinten zum Technikschrank verlegt sind.

Hä, was ist Klemme 15 und 30? Nun, ich habe den VW Crafter mit der Option IS1 bestellt. IS1 bezeichnet die werksseitige „Elektrische Schnittstelle für externe Nutzung“, die den Anschluss von Nebenverbrauchern ermöglicht. Bei unserem Van wird darüber die elektrische Energie bezogen, um während der Fahrt die Versorgerbatterien zu laden.

Klemme 15ZündungsplusZuleitung 4x 2.5mm2Belastbar mit 15A
Klemme 30DauerplusZuleitung 4x 4mm2Belastbar mit 25A

Es gilt also, diese 1x15A und 1x25A möglichst niederohmig (also mit möglichst dicken Kabeln) nach hinten zu kriegen. Für den ersten Meter vom werkseitigen Stecker an der A-Säule bis unter den Beifahrersitz wird ein 6mm2 Kabel für KL15 und ein 10mm2 Kabel für KL30 verwendet. Dickere Kabel hätten unter der Bodenmatte keinen Platz gehabt.

Unter dem Beifahrersitz werden KL15 und KL30 für die Bedieneinheit der Ladebooster abgezapft. Von da an werden KL15 mit 10mm2 und KL30 mit 16mm2 weitere 3m nach hinten zum Technikschrank geführt.


Ihr findet diese Kabelquerschnitte übertrieben? Nun ja, in Anbetracht dessen, dass die Ladebooster tiefe Spannungen wieder wett machen, könnte man dazu neigen, dünne Kabel zu verwenden. Aber es sind halt Verluste und somit wird etwas warm. Ich habe gerechnet:

  • Nur allein durch die Erhöhung der hinteren 3m von KL30 von 10mm2 auf 16mm2 verringert sich der Spannungsverlust um 100mV und man verheizt somit 2.5W weniger auf dem Kabel.
  • Würde man die gesamte Strecke von KL30 mit einem 4m langen 6mm2 Kabel ausführen (anstelle 1m 10mm2 und 3m 16mm2), würde ein Spannungsverlust am Kabel von 4.75% entstehen (anstelle von 2%). Man würde 14 W auf dem Kabel verheizen (anstelle von 6W).
  • Es gilt beim Festlegen des Kabelquerschnittes immer auch den zeitlichen Aspekt zu berücksichtigen. Hier handelt es sich um eine Dauerlast, es fliessen immer 25A, sobald der Ladebooster eingeschaltet ist.

Und warum holen wir die Energie nicht einfach direkt ab Batterie? Alle machen das doch so! Gute Frage, nächste Frage 😀! Mir fallen tatsächlich keine starken Gründe ein, welche für den Aufwand mit KL15/30 sprechen. Könnte sein, dass es weniger Diskussionen in der Autowerkstatt gibt, sollte das Elektrische am Fahrzeug Probleme machen. Die Option IS1 ist ja genau dafür gedacht um viel Strom zu ziehen. Und es ist sichergestellt, dass man nichts überlasten kann.


Gerne hätte ich vorab für diese Arbeiten im Internet mehr Informationen gefunden, zum Beispiel wie man die Abdeckungen entfernt usw. Nachdem ich es selber herausgefunden habe, zeige ich die Arbeit nun etwas detaillierter:

Um an die Abdeckung C zu gelangen, hinter welcher sich der Stecker mit KL15 und KL30 befindet, muss die Abdeckung des Getränkehalters A entfernt werden, welche nur eingeklickt ist. Danach 2x Schrauben lösen, um Abdeckung B zu entfernen.

Abdeckung C ist nur eingeklickt (also ohne Schrauben), aber etwas erhöhter Kraftaufwand ist notwendig.

Das ist die Abdeckung C, hinter welcher sich der Stecker mit KL15 und KL30 befindet. Das Teil rastet mit 3 Metall-Klickern ein.

Der gelbe Punkt ist unten.

Die Abdeckung ist entfernt. A ist der werkseitige Stecker, wo KL15 und KL30 anstehen. B ist das Gegenstück, welches auch bereits darauf gesteckt ist, wo aber noch keine Kontakte bestückt sind.

Der Fahrzeughändler hat mir einen Satz Leitungen (Nr 000-979-227-E) besorgt. Das sind 4Stk 2.5mm2 Kabel, 60cm lang, auf beiden Seiten mit den passenden Crimp-Kontakten bestückt. Daraus habe ich 8 Anschlusskabel gemacht.

Am Steckergehäuse kann man 2 Seitenteile wegklappen und dann die Kontakte einführen.

Die 4 roten Kabel am Stecker sind KL30, die 4 gelb/schwarzen Kabel sind KL15.

A: Ich habe für KL30, wo ja Dauerplus drauf ist, einen 60A Service-Schalter eingebaut.

Bei B habe ich die Bodenmatte etwas ausgeschnitten. Die Kabel ‚verschwinden‘ unter die Bodenmatte und ‚tauchen‘ dem Beifahrersitz wieder auf.

Die Abdeckung ist wieder dran, der Service-Schalter für KL30, hier noch mit provisorischer Beschriftung.