Ich nutze die kalte Jahreszeit für Vorbereitungen im elektrischen Teil, obschon dies ganz und gar nicht zuoberst auf der Prioritätenliste steht.
Die Batterie-Befestigung soll so konstruiert werden, dass man am Schluss das Ganze als Modul einbauen und mit der Bodenplatte verbinden kann. Als unterste Trägerplatte wird 21mm Birken-Multiplexholz verwendet. Da drauf werden pro Batterie je eine 15mm Birken-Multiplexholzplatte geschraubt. Auf diesen 15mm Platten werden die Batterien fix befestigt. Will man eine Batterie entfernen, löst man die Schraubverbindungen zwischen der 15mm und der 21mm Platte.
Ich verwende 2 Batterien von ECTIVE aus der Serie LC-S mit einer Kapazität von je 185Ah, zusammen also 370Ah bei 12V. Gründe für diese Wahl:
- Die Batterie ist ein ‚Selbstheizer‘ und kann bei Temperaturen bis -30 Grad geladen werden.
- Durch den Einsatz von zwei mittleren Batterien anstelle einer grossen entsteht eine gewisse Redundanz.1
- Die Leistung einer einzelnen Batterie reicht, um den Wechselrichter zu versorgen. Auch hier: Redundanz.
- Die Batterie hat, neben der üblichen Bluetooth Verbindung zum internen Batterie Management System (BMS), auch einen CAN-Bus Anschluss. Ich möchte mich einfach nicht nur auf dieses Funk-Zeugs verlassen müssen (vermutlich ein ‚Berufsschaden’… 😀)
- Die Batterie hat einen Ein/Aus-Schalter. Ich kann die Batterie auch ohne Mobile-Phone ein- und ausschalten.
- Der Formfaktor ist weit verbreitet. Ein allfälliges Erneuern der Batterien wird so vereinfacht.
Eigentlich finde ich dieses Produkt sehr gelungen, bis auf das Fehlen geeigneter Montagemöglichkeiten2. Das hat bei mir höchste Kreativität verlangt und meine Basteltriebe an den Anschlag gebracht hat. Und das will was heissen!

Die Batterie hat an den schmalen Seiten einen herausragenden Steg. Damit man hier die Batterie garantiert nicht befestigen kann, wurde der Steg abgeschrägt. Bravo! Immerhin sind drei horizontale Einbuchtungen vorhanden, welche man für die Befestigung nutzen kann. Aber damit es nicht zu einfach wird, sind diese rund mit einem Durchmesser von 10mm.
Glücklicherweise hat der Kopf einer M6 Innensechskant-Schraube genau einen Durchmesser von 10mm. Das Bild zeigt, wie diese Schraubenköpfe genau so im Eichenholzklotz eingelassen sind, dass die Batterie damit gehalten werden kann. 4 solcher Holzklötze benötigte ich, 2x hat es nicht auf anhin gepasst.

Auf den breiten Seiten hat die Batterie ebenfalls diese unnützen Stege. Aber 3 der 5 Einbuchtungen haben wenigstens ein Loch für eine M4 Schraube. Damit die harten Kanten der Muttern nicht den abgerundeten Kunststoff beschädigen, musste ich so kleine runde Teile herstellen. Die sind aus einer 10mm Messing-Stange in mühsamer Handarbeit hergestellt.
Das Bild zeigt die Teile und die M4 Schrauben, welche von unten durch das 15mm Holz ragen. Die Muttern fehlen auf diesem Bild noch.
Ich habe bewusst darauf verzichtet, die Batterien zu kleben. Das würde natürlich sehr gut halten. Aber alles, was man klebt, kann man nicht mehr oder nur sehr schwer demontieren. Ich behalte bei allem, dass ich am Camper mache, auch im Auge, dass mal was ersetzt werden muss. Damit mache ich es mir etwas schwerer, denn Kleben wäre oft eine schnelle, günstige und robuste Lösung.
Damit die Bremskraft möglichst schonend von der Batterie, welche 18kg wiegt, auf den Fahrzeugboden abgeleitet werden kann, sind die Holzklötze in Fahrtrichtung ohne Abstand montiert. Das heisst, die Batterie drückt beim Bremsen auf den Holzklotz, dieser drückt an das Alu-Vierkantrohr. Das Alu-Vierkantrohr ist bündig an der Kante der 21mm Trägerplatte platziert. Davor wird nochmals ein Holzklotz oder so auf den Fahrzeugboden montiert. So würde beim heftigen Bremsen die Kraft sicher abgeleitet werden.
- Redundanz: Vom Funktionieren der Versorgerbatterie hängt sehr viel ab: Kein Licht, keine Lüftung, kein Kühlschrank, keine Heizung, kein Kochen.
Wäre die Batterie ein passiver Blei Akku, würde ich mich darauf verlassen. Denn die fällt nicht von einer Sekunde auf die andere 100% aus, sondern wird mit der Zeit schwächer und schwächer.
Alle diese marktüblichen LiFePO4 Batterien hingegen sind ‚aktiv‘, dass heisst, da ist Elektronik drin, welche jederzeit kaputt gehen kann. Da mein ursprünglicher Beruf Elektroniker ist, kann ich mich nicht darauf verlassen. (Sorry, dass ich den Nicht-Elektroniker/innen die Illusion weggenommen habe, dass Elektronik zuverlässig sei… 😀) ↩︎ - Auch wenn ich mich in diesem Artikel etwas beschwere über die Batterie, möchte ich doch betonen, dass ich dieses Produkt von ECTIVE wieder wählen würde. ↩︎
