Ich bereite die elektrische Steuerung vor. Geplant ist der Einsatz von bistabilen Relais1. Ich verzichte bewusst auf zentrale, elektronische, busbasierende Steuersysteme mit Touchdisplay, App und Wireless-Taster. Ich setzt auf ‚primitive‘ Technik, welche grösser und schwerer ist und mehr Kupferkabel erfordert.
Die Vorteile sind:
- ein Totalausfall der Steuerung ist nicht möglich
- der Stromverbrauch ist null (und ich meine wirklich 0 mA)
- funktioniert auch bei extremen Temperaturen wie z.B. -25 Grad
- Ersatzteile werden auch in 5, 10 oder gar 15 Jahren noch erhältlich sein
- keine Abhängigkeit von Funk, Bluetooth, Batterien in Taster
- keine Abhängigkeiten von Betriebssystem- und App-Versionen
Für die Steuerung benötige ich 11 Relais, wobei 9 davon auch über einen zentralen AUS-Schalter ausgeschaltet werden können. Ich habe 16 Relais-Einheiten vorbereitet, also ein paar als Reserve. Das Relais vom Typ Omron G9Ta-K1ATH ist erschütterungsunempfindlich und für den KFZ Bereich gemacht und kann 60A schalten. Diese Ausführung hat zwei 12V Spulen, eine Spule zum Einschalten und eine zum Ausschalten des Relais. Der Temperaturbereich beträgt -40 bis 85°C.

Jede Einheit besteht neben dem Relais aus 2 Freilaufdioden2 zum Schutz der Taster und einer weiteren Diode, welche die ‚Zentral-AUS‘ Funktion ermöglicht.

Jede Einheit ist in ein Polycarbonat-Gehäuse eingebaut und bildet somit einen mechanischen Schutz des Relais und vor allem der Spulen-Anschlüsse, welche bei diesem Relais-Typ leider als Leiterplatten-Lötpin ausgeführt sind.
Kabel links: die Steuerleitungen: +EIN, 0V, +AUS, +ZentralAUS (von oben nach unten)
Kabel rechts: 6mm2 Zuleitung zum 60A Relais-Kontakt: rot=von Sicherungsverteiler, gelb=zum Verbraucher
Der kritischen Leserschaft ist vielleicht der übermässige Einsatz von Silikonkleber und die bastelmässigen Holzklötzchen aufgefallen. Nun: Um es vorweg zu nehmen: Ich liebe Silikonkleber (der Rest der Familie nicht so, denn das Zeugs stinkt frisch aus der Tube nach Essig). Aber der Grund für den Kleber/Holz-Einsatz ist, die Kabel ‚ruhigzustellen‘. Die Vibrationen der Kabel dürfen nicht bis zum Relais übertragen werden. 1) Weil die dicken Kabel gelötet sind. Litzen und Löten ist eigentlich ein NoGo, denn lötzinngetränkte Litzen brechen bei Erschütterungen. Deshalb habe ich dafür gesorgt, dass sich die Litzen bei der Lötstelle nicht bewegen können. 2) Die dünnen Kabel sind zwar gecrimpt und ertragen die Erschütterung, aber die kleine Leiterplatte könnte Haarrisse bekommen ohne diese Massnahme.
- Bistabile Relais, auch Latching, Stromstoss oder Impulsrelais genannt. Diese Relais haben 2 stromlose Zustände: EIN oder AUS. Ein kurzer Impuls von einem Taster schaltet das Relais ein, ein anderer Impuls schaltet das Relais aus. ↩︎
- Eine Freilaufdiode vernichtet den negativen Impuls von einigen hundert Volt, welcher entsteht, wenn man bei einer Spule den Stromfluss unterbricht. Ohne Freilaufdiode würde der Taster, welcher dem Relais einen Impuls gibt, mittelfristig Schaden nehmen (Funkenbildung im Taster). ↩︎
